| |
Enstehung der drei Preludes
Im März 1925 wurde im „Vanity Fair Magazine“ erstmals daraufhingewiesen, dass George Gershwin an einer Sammlung von 24 Präludien mit dem Namen The Melting Pot arbeite. Inspiriert sei er dabei von den 24 Chopin-Preludes geworden. Knapp zwei Jahre später, am 04. Dezember 1926, präsentierte Gershwin bei einem Liederabend mit der Sängerin Marguerite d’Alvarez zum ersten Mal drei seiner fünf Preludes . Die anderen beiden hatte Gershwin zuvor für seinen Freund, den Violinvirtuosen Samuel Dushkin in ein nur beschränkt erfolgreiches Stück für Violine und Klavier mit dem Titel Short Stories umgeschrieben. Daher wurden nur drei Preludes veröffentlicht, die anderen beiden waren sogar bis in die 90er nur als Manuskript vorhanden. Schließlich gibt es noch ein Fragment mit dem Titel Prelude, das wohl Gershwins erstes geworden wäre. Er baute dieses Thema dann aber im Concerto in F ein.
Das erste Prelude (Allegro ben ritmato e deciso) ist rhythmisch-lebhaft und seine kecke Melodie gleicht zwischendurch einem Tango und Charleston. Das zweite Prelude (Andante con moto e poco rubato) ist wohl das bekannteste. Darin taucht eine eindrucksvolle, leicht melancholische Blues-Melodie mit einem dezenten Rubato auf. Das dritte Prelude (Agitato) ist impulsiv, uneingeschränkt und lebensfroh und beinhaltet stark das rhythmische Element. Der Verfasser wird darauf in der Analyse noch genauer eingehen.
Die Preludes sind eine von Gershwins drei Originalkompositionen für Klavier allein. Sie folgen dem Schema schnell – langsam – schnell und schaffen so ein wirkungsvolles Ganzes. Diese Reihenfolge erweckt den Eindruck einer Anlehnung an zyklische Formen der Klaviermusik wie beispielsweise die Sonate. Gershwin entfernte sich mit dieser Komposition von seinem Songstil und hätte er die Serie fortgesetzt, wären die Preludes sicher noch erfolgreicher geworden. Gershwin selbst spielte an öffentlichen Anlässen immer alle drei Preludes zusammen in dieser Reihenfolge.
Die drei Preludes wurden später mehrfach für Orchester bearbeitet und es existieren auch Fassungen für Violine und Klavier, für Cello, Violine und Klavier, für Trompete und Klavier und für Saxophon und Klavier.
|