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Der erste Broadwayerfolg / der erste Hit


1919 bekam Gershwin von Alex A. Aarons, einem jungen noch relativen unerfahrenen Produzenten den Auftrag für ein Broadway-Musical. Der Name war La, La Lucille , und es handelte sich dabei um eine Beziehungskomödie mit allerlei Verwechslungen. George steuerte im Gesamten zwölf nicht außergewöhnliche aber entsprechende Songs bei und alles in allem wurde La, La Lucille auch ein Erfolg. Im Oktober eröffnete am Broadway ein neuer Kinopalast und für die Eröffnung wurden u.a. auch zwei Gershwin-Songs ausgewählt. Einer der beiden, nämlich „Swanee“, sollte später noch zu einem großen Hit werden. Bei der Einweihung jedoch war das Publikum nicht überwältigt, erst Al Jolson, ein großer Broadway-Star, konnte den Song so populär machen, dass in den USA allein zwei Mio. Platten und eine Mio. Liederblätter verkauft wurden. Der Song verbreitete sich aber auch nach London und Paris und kam später sogar noch zum Tonfilm. Besonders an „Swanee“ war die ausgefallene Tonführung, der Kontrast von Dur und Moll im Refrain und dass erstmals in der Unterhaltungsmusik ein verminderter Septakkord als Kadenz verwendet wurde. Im gleichen Jahr schrieb Gershwin noch Lullaby, ein Streichquartett mit einem verträumten Blues-Thema.

Die Karriere am Broadway


Die nächste Produktion, für die George Gershwin die Musik schrieb, waren die Scandals of 1920. Bereits 1919 waren die Scandals aufgrund der schlechten Musik ein Reinfall gewesen und so wurde Gershwin engagiert. Insgesamt komponierte Gershwin für diese Revue und die vier darauffolgenden Produktionen (1921, 1922, 1923 und 1924) 45 Songs, von denen heute aber außer „Somebody loves me“ und „Stairway to paradise“ kaum noch einer in Erinnerung ist. Für die Scandals of 1922 schrieb Gershwin mit großem Ehrgeiz eine einaktige Kurzoper namens Blue Monday, die aber nur schlechte Kritiken bekam und nach der ersten Aufführung wieder aus dem Programm genommen wurde. Später wurde sie in 135th Street umbenannt. Außerdem komponierte George für die Scandals noch „Sweet Little Devil“, das aber auch ohne bleibenden Erfolg blieb. Daraufhin beendete George seine Arbeit für die Scandals, da ihm nebenbei zu wenig Zeit für anderes blieb. Kurze Zeit später schrieb Gershwin die komplette Musik und Ira den Text für ein Musical namens Lady, Be Good!, das mit Fred und Adele Astaire in den Hauptrollen ein Riesenerfolg wurde. Erwähnenswert ist dabei der Titelsong „The Man I love“. Auf diese Revue folgte Primrose, in dem Gershwin erstmals die Orchestrierung selbst schrieb. 1926 schrieben George und Ira eines ihrer erfolgreichsten Musicals, nämlich Oh, Kay! mit Gertrude Lawrence in der Hauptrolle. Ein Song daraus, „Do, Do, Do, Do“, wurde jahrelang aus moralischen Gründen vom Rundfunk boykottiert, da man eine Zweideutigkeit dahinter vermutete. Die nächste Projekte waren Funny Face und Strike Up the Band, das eine Politsatire war und erst 1930 mit einer Neufassung erfolgreich war. 1928 und 1929 schrieb George drei wenig interessante Musicals ohne allzu großen Durchbruch: Rosalie, Show Girl und Treasure Girl. Georges und Iras beiden nächsten Musicals Girl Crazy und Of Thee I sing wurden jedoch zu Publikumshits. Aus Girl Crazy stammt der populäre Song „I got Rhythm“ und Of Thee I sing bekam 1932 sogar den Pulitzerpreis des Komitees der Columbia University. 1933 kamen Gershwins letzten beiden Musicals heraus und beide waren Misserfolge. Das Libretto von Pardon my English war ein einziges Desaster und Let ’Em Eat Cake traf trotz guter Musik und brillanten Songtexten von Ira nicht den Geschmack des Publikums.