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Ira Gershwin


Selten haben zwei Künstler so intensiv zusammengearbeitet wie George und Ira. Im Gegensatz zu seinem Bruder war Ira stets der introvertierte, scheue und bedächtige Mann, der Wert auf ein ruhiges beschauliches Leben legte. Für ihn war Arbeit nur ein Teil des Lebens. Ira war gleichmütig und ruhig, belesen aber auch realistisch. Er hatte einen trockenen Humor, den er gut in seine Songtexte einbringen konnte. Ira verfügte zudem über ein phänomenales Gedächtnis und umfassende Allgemeinbildung. Was er mit George gemeinsam hatte, war der Hang zur Perfektion; jedes Wort in einem Song musste peinlich genau und einwandfrei sein. Insgesamt versorgte Ira seinen Bruder dreizehn Jahre mit Texten. Seinen Anteil zu dessen Erfolg mit Schlager und Revuen lässt sich kaum hoch genug einschätzten. Iras Texte waren für George immer Quelle für Inspiration. In einem Programmheft schrieb Lincoln Kirsten: „Iras Können war es zu verdanken, dass man beim Verlassen des Theaters nicht Melodien vor sich hinpfiff, sondern ein Lied nachsang. Mit schlafwandlerischer Sicherheit traf er den richtigen Ton und das passende Wort, überraschte und bezauberte sein Publikum. Man könnte meinen, er hab bloß das Gold von der Straße aufklauben müssen – aber solche Schätze hebt man nicht mit Glück, sondern mit Können, Ira war eben ein Poet, ein Sprachkünstler.“ . Nach dem Tod seines Bruders 1937 trauerte Ira zwei Jahre lang. Er hatte nicht nur den Bruder sondern auch den Partner verloren und musste lernen wieder mit anderen Komponisten zusammenarbeiten. Ira schrieb später noch für den Film und erlebte noch große Erfolge. Nach Georges Tod vertrat er die ideellen und finanziellen Interessen des Gershwin-Clans und ordnete alles, was George hinterlassen hatte. Er starb schließlich am 17. August 1983. E. Y. Harburg fasst zusammen: „Ira Gershwin ist das Licht, das George über die Schulter schien, das dem Bruder den Weg durch jene so tragisch knapp bemessenen Jahre wies, in denen sein Name über der Musikwelt wie ein strahlender Stern aufging, seine Songs zur Kunst wurden und er diese Kunst zu historischen Höhen führte.“.